SUKULTUR Katalog 2026

SuKuLTuR-Sonne

Intro

In allen Zeiten, die man per Stoßseufzer mit diesen vergleicht, also in Zeiten wie diesen, mit Polykrisen und Kriegen, mit Kürzungen und Teuerungen, mit Wüterichen in Regierungen und Schwund apropos Lebensgrundlagen, da kommt dem Menschen weniges so gelegen wie kleine gelbe Hefte mit ernstgemeinten, ironiefähigen und mit Liebe gemachten Texten. 

Die Hefte der Reihen Schöner Lesen sowie Aufklärung und Kritik feiern, das muss man sich einmal auf der Zunge des Hirns zergehen lassen, in diesem Jahr ihren dreißigsten Geburtstag. Sie sind noch nicht buchstäblich Legion, aber doch hunderte. Und das Sukulturheft ist inzwischen zu einem generischen Gattungsbegriff wie TempoJeep oder Föhn geworden, der weit über die Grenzen der Literaturwissenschaft hinaus diskutiert wird. 

Dreißig Jahre also! Im ersten Reflex drängt sich das Wort Herzblut auf, im zweiten der Rückhalt, jenes Wort sei abgedroschen; aber jenseits der Reflexe kann man auch genießen, dass das Wort Herzblut mit seinem milden Surrealismus und seiner innigen Energie eigentlich doch ziemlich gut ist, hier zumindest. Denn es ist eine unschätzbare Leistung und ein wuchtiges Verdienst, dreißig Jahre lang gelbe Hefte und andere Bücher noch obendrein zu machen, die man, damals wie heute, in Zeiten wie diesen gut brauchen kann.

Als neuestes Mitglied im Herausgeberkreis des Verlages kann ich noch am ehesten solch Lobpreis formulieren, ohne dass dieses Katalogvorwort des odiosen Eigenlobs verdächtig würde. Allen3 sei es also nochmal gesagt: Es ist eine unschätzbare Leistung und ein wuchtiges Verdienst! 

Um dem genannten Verdacht noch weiter entgegenzuwirken, will ich auf dem Rest des vollzuschreibenden Raumes also nicht darüber sprechen, was Marc Degens, Torsten Franz und Frank Maleu sowie Sofie Lichtenstein und Moritz Müller-Schwefe bei und für Sukultur tun, sondern auf die Grüne Reihe hinweisen, die ich herausgebe. Denn es gibt bei Sukultur nämlich nicht nur gelbe Hefte; zwischenzeitlich gab es hellblaue, und mit der Grünen Reihe gibt es seit Ende 2021 auch grüne. In dieser Reihe geht es nicht um Umwelt oder Natur, wie der Farbcode es nahelegt, sondern um Garten. Das ist ein weniger braves Thema, als man auf den ersten Blick meinen könnte.

Es geht ganz grundsätzlich um das Mit- und Ineinander von Natur und Kultur, ob nun beidseitig förderlich oder nicht, ob hübsch anzusehen oder nicht. Da es „unberührte“ oder „jungfräuliche“ Natur, die von den Entscheidungen der menschlichen Gesellschaft unabhängig wäre, nicht mehr gibt, ist der endliche Planet Erde als Garten zu bezeichnen. Dadurch ist nicht nur mit der gegenwärtigen Situation ernstgemacht und die Romantisierung der Natur vermieden, damit ist vor allem ein Weg gefunden, den Menschen sowohl als Problem, als auch als Teil der Lösung zu denken. Die vielgestaltigen Krisen der Umwelt, des Klimas usw. sind ja nur mit der menschlichen Gesellschaft zu lösen: also gärtnerisch.

Es geht also um alles – wie enervierend. Zum Glück aber geschieht das im Rahmen einer Form, die Genauigkeit und Übermut gleichermaßen herausfordert: in Form von grünen Heften mit ernstgemeinten, ironiefähigen Texten. Befinden wir uns heute mitten im Zweifrontenkrieg gegen sogenannte Künstliche Intelligenz und altbekannte Menschliche Doofheit, zwischen Bot-Armeen in Telefonen und Wüterichen in Regierungen? Kleine Portionen von mit Liebe gemachtem und auf Papier gedrucktem Text sind gerade jetzt bestens; denn gerade im Garten, im Zusammenspiel von Mensch und Natur zeigt sich der Imperativ deutlich: Gebiedermeiert wird nicht!

Tobias Roth

– Herausgeber Die Grüne Reihe –

Viel Spaß beim Blättern, Lesen und Entdecken…


Download: SUKULTUR Katalog 2026 (PDF, 7,6 MB)

Die grüne Reihe in Berlin am 23. Juni 2022

Mit Petrus Akkordeon, Anna Hetzer, Tobias Roth, Asmus Trautsch und Daia

Wie passiert der Garten? Und wo? Die grüne Reihe, die seit Ende 2021 im SUKULTUR Verlag erscheint, geht dem nach. Die grüne Reihe versammelt Texte des Gartens. Texte über den, aus dem, durch den und für den Garten. Es geht um praktische Tipps, theoretische Überlegung, betrachtende Begeisterung, wütende Analyse, peinliche Erkenntnis, betrübten Befund und das Erlebnis der Schönheit. 

Garten, ob mit oder ohne Haus, bezeichnet eine lebendige Endlichkeit, die in Verbindung mit dem Menschen existiert. Das trifft auch auf den Planeten zu, dessen Endlichkeit es endlich anzuerkennen gilt. Wie passiert diese Verbindung, und wo? Was denken wir in einem Garten für alle Gärten? Tobias Roth, der Herausgeber der grünen Reihe, erkundet dieses spezielle Gelände auf poetischen Wegen und im Gespräch Anna Hetzer, Asmus Trautsch und Petrus Akkordeon, dem Illustrator der grünen Reihe.

Petrus Akkordeon wurde 1971 in Berlin geboren, studierte bei F. W. Bernstein, war 30 Jahre lang Gärtner, dann nicht mehr. Er zeichnete für zahllose internationale Veröffentlichungen, von der Zeitschrift bis zum Kunstbuch. Darüber hinaus legte er mehrere eigene Gedichtsammlungen vor und illustriert seit 2021 die Die Grüne Reihe im SuKuLTuR Verlag. 

Anna Hetzer wurde 1986 geboren und wuchs in Bern auf. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Ärztin. Sie ist Mitglied des Berliner Lyrikkollektivs G13 und beteiligt sich zudem an verschiedenen künstlerischen Kooperationen und Performances. 2022 erscheint ihr vierter Gedichtband Pandora’s Playbox im Verlagshaus Berlin. 

Tobias Roth wurde 1985 in München geboren, wo er nach Studien in Freiburg und Berlin wieder lebt. Als Autor, Übersetzer und Herausgeber veröffentlichte Roth über zwei Dutzend Bücher, darunter 2020 der Foliant Welt der Renaissance. Roth ist Gründungsgesellschafter des Verlages Das Kulturelle Gedächtnis und gibt seit 2021 Die Grüne Reihe im SuKuLTuR Verlag heraus. 

Asmus Trautsch wurde 1976 in Kiel geboren, und lebt als Philosoph und Dichter in Berlin und Eberswalde. Er war Co-Verleger des LUNARDI Verlags, unterrichtet an verschiedenen Hochschulen, veranstaltet Festivals, Lesungen und intermediale Kulturprojekte und tritt als Komponist und Dirigent auf. Er gibt die Edition Poeticon im Verlagshaus Berlin heraus, wo auch seine Lyrik erscheint. 

Musikalisches wird der Abend von dem Berliner Trio Daia bestehend aus Maana Sasaki, Egyptian Mama und Tim Ra mit melodiösem Elektrofunk begleitet.

Am Donnerstag, 23. Juni 2022, um 20 Uhr, Eintritt 5-8 €

Das Projekt wurde gefördert im Rahmen von „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V.

Belvedere am Kreuzberg | Viktoriapark 1, Kreuzberg Straße 32Y | 10965 Berlin

GOLD Volume 1 (25 Jahre SUKULTUR) || Soundcloud-Compilation

ANJA KÜMMEL (Schöner Lesen 141 und 182; Aufklärung und Kritik 513)

         1) Shell: Gold (Strähne für Strähne)

DANIEL KULLA (Aufklärung und Kritik 504 und 509)

         2) Classless Kulla & Max Volume:  Passt auf euch auf (Lasterfahrer Party Mix)

MARIOLA BRILLOWSKA (Schöner Lesen 143)

         3) Mariola Brillowska: EUROPA HYMNE

LINUS VOLKMANN (Schöner Lesen 28)

         4) Bum Khun Cha Youth:  Eichhörnchen Im Erdnussfieber

WOLFGANG MÜLLER (Schöner Lesen 25)

         5) Die Tödliche Doris: Acht-Jahres-Pause / Eight-Year Pause

DAVID WAGNER (Schöner Lesen 24, 37, 62, 70, 79, 85, 108, 114, 117)

         6) Britta: Was alles fehlt

PAUL ANTON BANGEN (Schöner Lesen 6 und 9)/MARC DEGENS (Schöner Lesen 1, 2, 4, 8, 11, 26, 73, 88, 125; Aufklärung und Kritik 501 und 503)

         7) Superschiff: Frauen mit Fehler

BDOLF (Schöner Lesen 5, 16, 91)

         8) Pascal Bonnard: Gesinnungsprüfung (Pascal Bonnard feat. Bdolf)

THOMAS MEINECKE (Schöner Lesen 68)

         9) F.S.K.: Fragen Der Philosophie (Völkerball)

KAAJA HOYDA (Schöner Lesen 46)

         10) Stendal Blast: Fährmann

GERALD FIEBIG (Schöner Lesen 17)

         11) Gerald Fiebig — Water Music

THE SUKULTURS

         12) The Sukulturs: S(u)KuLTuR (Südharzreise-Remix feat. DRadio Kultur)

Direktlink: SOUNDCLOUD

SUKULTUR – ein unrichtiger Verlag

Seit 24 Jahren gibt es SUKULTUR und seit 24 Jahren stellen wir uns die Frage, ob SUKULTUR ein richtiger Verlag ist.

Wir haben keine Verlagsauslieferung, sondern verschicken alles selbst.

Wir produzieren keine Frühjahrs- und Herbstvorschauen für den Buchhandel und die Presse.

Wir haben keine Stände auf den großen Buchmessen in Leipzig oder Frankfurt.

Seit 24 Jahren machen wir alles eher unrichtig und betreten dabei oft Neuland.

Mit unseren Leseheftreihen »Schöner Lesen« und »Aufklärung und Kritik« haben wir vor 23 Jahren ein Forum für die kleine Form geschaffen.

Wir vertreiben diese Hefte an Automaten in S- und U-Bahnhöfen und damit an Plätzen, an denen es in der Regel gar keine Literatur gibt.

Im Internet starteten wir 2014 mit Minimore, einer kuratierten E-Book-Boutique für Literatur aus insbesondere kleinen, unabhängigen Verlagen – als Gegenkraft und Gegenidee zu Amazon, Apple oder Google.

Heute bieten wir auf unserer Verlagsseite in der Rubrik »Aus anderen Verlagen« Titel von befreundeten Verlagen an. 

Dieses »Out of the box«-Denken und Neulandbetreten spiegelt sich auch in unserem Programm wider.

Junge zeitgenössische Literatur, unbekannte Klassiker, aus Deutschland, den USA oder Lateinamerika, Erzählungen, Lyrik, Essays.  

Mittlerweile sind unsere Leseheftreihen fast schon Querschnittsreihen und so abwechslungsreich und repräsentativ wie die Reclam Universalbibliothek, die uns vor 23 Jahren als Vorbild vor Augen stand.

Trotz der breiten Text- und Autor*innenpalette betreten wir inhaltlich immer wieder Neuland.

Das verdanken wir unseren jungen Herausgeber_innen Sofie Lichtenstein und Moritz Müller-Schwefe, denen wir vor 4 Jahren die alleinige Programmverantwortung für die Leseheftreihen übertrugen.

Für uns ist die Shortlist-Nominierung für den Berliner Verlagspreis eine wichtige Bestätigung und ich glaube darüberhinaus auch ein wichtiges Signal für viele andere: Denn sie zeigt, dass man auch als unrichtiger Verlag eine Menge richtig machen kann. 

Anmerkungen zur Nominierung für den Berliner Verlagspreis 2019

Hinweis für unsere Autor*innen, Herausgeber*innen, Übersetzer*innen, Gestalter*innen und Fotograf*innen

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und gewiss möchte die eine oder der andere sich noch mit Leseheften bevorraten. Hierzu ein Hinweis für unsere Autor*innen, Herausgeber*innen, Übersetzer*innen, Gestalter*innen und Fotograf*innen: Über diese Seite könnt Ihr alle SUKULTUR-Titel jederzeit für die Hälfte des Ladenpreises bestellen. 

Wenn Ihr dieses Angebot nutzen möchtet, registriert Euch bitte einmalig und schickt uns dann eine kurze Nachricht (per E-Mail an post@sukultur.de), damit wir den Account mit dem Rabatt versehen können. Danach kann der Einkauf beginnen und Ihr könnt jederzeit Eure eigenen und alle anderen Titel nachbestellen.

Mit herzlichen Grüße aus Berlin und Hamburg,

alle3

#proEU

BIG NEWS: Ab jetzt können auch Buchhandlungen aus der Europäischen Union alle SUKULTUR-Titel über unseren Webshop bestellen. Einfach als Händler*in registrieren und schon kann der Einkauf beginnen … Wir freuen uns besonders darüber, dass wir nun endlich auch die österreichischen Buchhandlungen beliefern können.

SOS aus dem SUKULTUR-BÜRO in Berlin Hermsdorf

Die letzte Woche war echt aufregend und wird wohl in die SUKULTUR-Geschichte eingehen. 

Am Mittwoch löste Margarete Stokowskis Twitter-Empfehlung von Sibel Schicks Leseheft »Deutschland schaff’ ich ab« eine wahre Bestellflut bei uns aus – tausend Dank, Margarete!


Mit den Folgen einer ganz anderen Flut haben wir allerdings seit ein paar Tagen zu kämpfen, denn unser trautes Büro und Lager musste aufgrund eines Wasserschadens geräumt und über 25.000 Leseheft evakuiert werden. Hinzu kommt die momentane Internetlosigkeit unserer Hamburger Programmleitung, der krankheitsbedingte Ausfall unserer Druckmaschine samt Herstellungsleitung … Ach ja, außerdem müssen wir gerade auch noch mit unserem Server umziehen und uns darum kümmern.

Kurzum: Es ist viel los bei uns, aber wir wollen uns gar nicht beschweren, sondern nur um Euer Verständnis bitten, wenn es mit der Beantwortung Eurer Fragen und dem Versand der Hefte ein bisschen länger als üblich dauert. Und macht Euch bitte keine Sorgen, wenn wir in den nächsten Tagen 1 bis 2 Tage wegen des Serverumzugs offline gehen … Bald sind wir wieder da und es heißt wieder: Schöner Lesen!

Herzlich,
alle3

sukultur buero.5
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