Intro

In allen Zeiten, die man per Stoßseufzer mit diesen vergleicht, also in Zeiten wie diesen, mit Polykrisen und Kriegen, mit Kürzungen und Teuerungen, mit Wüterichen in Regierungen und Schwund apropos Lebensgrundlagen, da kommt dem Menschen weniges so gelegen wie kleine gelbe Hefte mit ernstgemeinten, ironiefähigen und mit Liebe gemachten Texten. 

Die Hefte der Reihen Schöner Lesen sowie Aufklärung und Kritik feiern, das muss man sich einmal auf der Zunge des Hirns zergehen lassen, in diesem Jahr ihren dreißigsten Geburtstag. Sie sind noch nicht buchstäblich Legion, aber doch hunderte. Und das Sukulturheft ist inzwischen zu einem generischen Gattungsbegriff wie TempoJeep oder Föhn geworden, der weit über die Grenzen der Literaturwissenschaft hinaus diskutiert wird. 

Dreißig Jahre also! Im ersten Reflex drängt sich das Wort Herzblut auf, im zweiten der Rückhalt, jenes Wort sei abgedroschen; aber jenseits der Reflexe kann man auch genießen, dass das Wort Herzblut mit seinem milden Surrealismus und seiner innigen Energie eigentlich doch ziemlich gut ist, hier zumindest. Denn es ist eine unschätzbare Leistung und ein wuchtiges Verdienst, dreißig Jahre lang gelbe Hefte und andere Bücher noch obendrein zu machen, die man, damals wie heute, in Zeiten wie diesen gut brauchen kann.

Als neuestes Mitglied im Herausgeberkreis des Verlages kann ich noch am ehesten solch Lobpreis formulieren, ohne dass dieses Katalogvorwort des odiosen Eigenlobs verdächtig würde. Allen3 sei es also nochmal gesagt: Es ist eine unschätzbare Leistung und ein wuchtiges Verdienst! 

Um dem genannten Verdacht noch weiter entgegenzuwirken, will ich auf dem Rest des vollzuschreibenden Raumes also nicht darüber sprechen, was Marc Degens, Torsten Franz und Frank Maleu sowie Sofie Lichtenstein und Moritz Müller-Schwefe bei und für Sukultur tun, sondern auf die Grüne Reihe hinweisen, die ich herausgebe. Denn es gibt bei Sukultur nämlich nicht nur gelbe Hefte; zwischenzeitlich gab es hellblaue, und mit der Grünen Reihe gibt es seit Ende 2021 auch grüne. In dieser Reihe geht es nicht um Umwelt oder Natur, wie der Farbcode es nahelegen könnte, sondern um Garten. Das ist ein weniger braves Thema, als man auf den ersten Blick meinen könnte.

Es geht ganz grundsätzlich um das Mit- und Ineinander von Natur und Kultur, ob nun beidseitig förderlich oder nicht, ob hübsch anzusehen oder nicht. Da es „unberührte“ oder „jungfräuliche“ Natur, die von den Entscheidungen der menschlichen Gesellschaft unabhängig wäre, nicht mehr gibt, ist der endliche Planet Erde als Garten zu bezeichnen. Dadurch ist nicht nur mit der gegenwärtigen Situation ernstgemacht und die Romantisierung der Natur vermieden, damit ist vor allem ein Weg gefunden, den Menschen sowohl als Problem, als auch als Teil der Lösung zu denken. Die vielgestaltigen Krisen der Umwelt, des Klimas usw. sind ja nur mit der menschlichen Gesellschaft zu lösen: also gärtnerisch.

Es geht also um alles – wie enervierend. Zum Glück aber geschieht das im Rahmen einer Form, die Genauigkeit und Übermut gleichermaßen herausfordert: in Form von grünen Heften mit ernstgemeinten, ironiefähigen Texten. Befinden wir uns heute mitten im Zweifrontenkrieg gegen sogenannte Künstliche Intelligenz und altbekannte Menschliche Doofheit, zwischen Bot-Armeen in Telephonen und Wüterichen in Regierungen? Kleine Portionen von mit Liebe gemachtem und auf Papier gedrucktem Text sind gerade jetzt bestens; denn gerade im Garten, im Zusammenspiel von Mensch und Natur zeigt sich der Imperativ deutlich: Gebiedermeiert wird nicht.Sukultur Katalog 2026 Intro

In allen Zeiten, die man per Stoßseufzer mit diesen vergleicht, also in Zeiten wie diesen, mit Polykrisen und Kriegen, mit Kürzungen und Teuerungen, mit Wüterichen in Regierungen und Schwund apropos Lebensgrundlagen, da kommt dem Menschen weniges so gelegen, wie kleine gelbe Hefte mit ernstgemeinten, ironiefähigen und mit Liebe gemachten Texten. 

Die Hefte der Reihen Schöner Lesen sowie Aufklärung und Kritik feiern, das muss man sich einmal auf der Zunge des Hirns zergehen lassen, in diesem Jahr ihren dreißigsten Geburtstag. Sie sind noch nicht buchstäblich Legion, aber doch hunderte. Und das Sukulturheft ist inzwischen zu einem generischen Gattungsbegriff wie TempoJeep oder Föhngeworden, der weit über die Grenzen der Literaturwissenschaft hinaus diskutiert wird. 

Dreißig Jahre also! Im ersten Reflex drängt sich das Wort Herzblut auf, im zweiten der Rückhalt, jenes Wort sei abgedroschen; aber jenseits der Reflexe kann man auch genießen, dass das Wort Herzblut mit seinem milden Surrealismus und seiner innigen Energie eigentlich doch ziemlich gut ist, hier zumindest. Denn es ist eine unschätzbare Leistung und ein wuchtiges Verdienst, dreißig Jahre lang gelbe Hefte und andere Bücher noch obendrein zu machen, die man, damals wie heute, in Zeiten wie diesen gut brauchen kann.

Als neuestes Mitglied im Herausgeberkreis des Verlages kann ich noch am ehesten solch Lobpreis formulieren, ohne dass dieses Katalogvorwort des odiosen Eigenlobs verdächtig würde. Allen3 sei es also nochmal gesagt: Es ist eine unschätzbare Leistung und ein wuchtiges Verdienst! 

Um dem genannten Verdacht noch weiter entgegenzuwirken, will ich auf dem Rest des vollzuschreibenden Raumes also nicht darüber sprechen, was Marc Degens, Torsten Franz und Frank Maleu sowie Sofie Lichtenstein und Moritz Müller-Schwefe bei und für Sukultur tun, sondern auf die Grüne Reihe hinweisen, die ich herausgebe. Denn es gibt bei Sukultur nämlich nicht nur gelbe Hefte; zwischenzeitlich gab es hellblaue, und mit der Grünen Reihe gibt es seit Ende 2021 auch grüne. In dieser Reihe geht es nicht um Umwelt oder Natur, wie der Farbcode es nahelegt, sondern um Garten. Das ist ein weniger braves Thema als man auf den ersten Blick meinen könnte.

Es geht ganz grundsätzlich um das Mit- und Ineinander von Natur und Kultur, ob nun beidseitig förderlich oder nicht, ob hübsch anzusehen oder nicht. Da es „unberührte“ oder „jungfräuliche“ Natur, die von den Entscheidungen der menschlichen Gesellschaft unabhängig wäre, nicht mehr gibt, ist der endliche Planet Erde als Garten zu bezeichnen. Dadurch ist nicht nur mit der gegenwärtigen Situation ernstgemacht und die Romantisierung der Natur vermieden, damit ist vor allem ein Weg gefunden, den Menschen sowohl als Problem, als auch als Teil der Lösung zu denken. Die vielgestaltigen Krisen der Umwelt, des Klimas usw. sind ja nur mit der menschlichen Gesellschaft zu lösen: also gärtnerisch.

Es geht also um alles – wie enervierend. Zum Glück aber geschieht das im Rahmen einer Form, die Genauigkeit und Übermut gleichermaßen herausfordert: in Form von grünen Heften mit ernstgemeinten, ironiefähigen Texten. Befinden wir uns heute mitten im Zweifrontenkrieg gegen sogenannte Künstliche Intelligenz und altbekannte Menschliche Doofheit, zwischen Bot-Armeen in Telephonen und Wüterichen in Regierungen? Kleine Portionen von mit Liebe gemachtem und auf Papier gedrucktem Text sind gerade jetzt bestens; denn gerade im Garten, im Zusammenspiel von Mensch und Natur zeigt sich der Imperativ deutlich: Gebiedermeiert wird nicht.

In allen Zeiten, die man per Stoßseufzer mit diesen vergleicht, also in Zeiten wie diesen, mit Polykrisen und Kriegen, mit Kürzungen und Teuerungen, mit Wüterichen in Regierungen und Schwund apropos Lebensgrundlagen, da kommt dem Menschen weniges so gelegen, wie kleine gelbe Hefte mit ernstgemeinten, ironiefähigen und mit Liebe gemachten Texten. 

Die Hefte der Reihen Schöner Lesen sowie Aufklärung und Kritik feiern, das muss man sich einmal auf der Zunge des Hirns zergehen lassen, in diesem Jahr ihren dreißigsten Geburtstag. Sie sind noch nicht buchstäblich Legion, aber doch hunderte. Und das Sukulturheft ist inzwischen zu einem generischen Gattungsbegriff wie TempoJeep oder Föhn geworden, der weit über die Grenzen der Literaturwissenschaft hinaus diskutiert wird. 

Dreißig Jahre also! Im ersten Reflex drängt sich das Wort Herzblut auf, im zweiten der Rückhalt, jenes Wort sei abgedroschen; aber jenseits der Reflexe kann man auch genießen, dass das Wort Herzblut mit seinem milden Surrealismus und seiner innigen Energie eigentlich doch ziemlich gut ist, hier zumindest. Denn es ist eine unschätzbare Leistung und ein wuchtiges Verdienst, dreißig Jahre lang gelbe Hefte und andere Bücher noch obendrein zu machen, die man, damals wie heute, in Zeiten wie diesen gut brauchen kann.

Als neuestes Mitglied im Herausgeberkreis des Verlages kann ich noch am ehesten solch Lobpreis formulieren, ohne dass dieses Katalogvorwort des odiosen Eigenlobs verdächtig würde. Allen3 sei es also nochmal gesagt: Es ist eine unschätzbare Leistung und ein wuchtiges Verdienst! 

Um dem genannten Verdacht noch weiter entgegenzuwirken, will ich auf dem Rest des vollzuschreibenden Raumes also nicht darüber sprechen, was Marc Degens, Torsten Franz und Frank Maleu sowie Sofie Lichtenstein und Moritz Müller-Schwefe bei und für Sukultur tun, sondern auf die Grüne Reihe hinweisen, die ich herausgebe. Denn es gibt bei Sukultur nämlich nicht nur gelbe Hefte; zwischenzeitlich gab es hellblaue, und mit der Grünen Reihe gibt es seit Ende 2021 auch grüne. In dieser Reihe geht es nicht um Umwelt oder Natur, wie der Farbcode es nahelegen könnte, sondern um Garten. Das ist ein weniger braves Thema als man auf den ersten Blick meinen könnte.

Es geht ganz grundsätzlich um das Mit- und Ineinander von Natur und Kultur, ob nun beidseitig förderlich oder nicht, ob hübsch anzusehen oder nicht. Da es „unberührte“ oder „jungfräuliche“ Natur, die von den Entscheidungen der menschlichen Gesellschaft unabhängig wäre, nicht mehr gibt, ist der endliche Planet Erde als Garten zu bezeichnen. Dadurch ist nicht nur mit der gegenwärtigen Situation ernstgemacht und die Romantisierung der Natur vermieden, damit ist vor allem ein Weg gefunden, den Menschen sowohl als Problem, als auch als Teil der Lösung zu denken. Die vielgestaltigen Krisen der Umwelt, des Klimas usw. sind ja nur mit der menschlichen Gesellschaft zu lösen: also gärtnerisch.

Es geht also um alles – wie enervierend. Zum Glück aber geschieht das im Rahmen einer Form, die Genauigkeit und Übermut gleichermaßen herausfordert: in Form von grünen Heften mit ernstgemeinten, ironiefähigen Texten. Befinden wir uns heute mitten im Zweifrontenkrieg gegen sogenannte Künstliche Intelligenz und altbekannte Menschliche Doofheit, zwischen Bot-Armeen in Telefonen und Wüterichen in Regierungen? Kleine Portionen von mit Liebe gemachtem und auf Papier gedrucktem Text sind gerade jetzt bestens; denn gerade im Garten, im Zusammenspiel von Mensch und Natur zeigt sich der Imperativ deutlich: Gebiedermeiert wird nicht!

Tobias Roth

– Herausgeber Die Grüne Reihe –


SUKULTUR 2026

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